Diagnose der Schwermetall-Vergiftung

 

"Kommen meine Beschwerden von meinen Amalgam-Füllungen?"

 

"Ist Quecksilber die Ursache für meine Erkrankung?"

 

 

Diese Fragen stellen sich viele Menschen, die zum Teil schon jahrelange Leidensgeschichten und eine Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich haben, ohne dass der Grund für ihre Probleme gefunden wurde. Bevor sie sich zur Entfernung ihrer Amalgam-Füllungen entschließen, möchten sie Gewissheit haben, dass diese wirklich die Ursache sind. Wie kann eine Vergiftung mit Quecksilber und anderen Schwermetallen nachgewiesen werden?

 

"Unerklärlich"

 

Das ist das Schlüsselwort bei Quecksilber-Vergiftungen. Wenn trotz zahlreicher Untersuchungen und medizinischer Tests keine Ursache für Ihre Beschwerden und Krankheiten gefunden werden konnte, müssen Sie an eine Vergiftung mit Quecksilber und anderen Schwermetallen denken. Der nächste Schritt ist dann, herauszufinden, ob es tatsächlich so ist. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten und Tests.

 

Fragebogen zur Schwermetall-Belastung

 

Die erste Möglichkeit ist dieser mehrseitige Fragebogen, den Sie jetzt gleich herunterladen, ausdrucken und beantworten können. Er enthält Fragen zu den typischen Symptomen und Krankheiten, die durch Quecksilber und andere Schwermetalle hervorgerufen werden können. Am Schluss dieses Fragebogens finden Sie eine Auswertung. Wenn diese den Verdacht auf eine Schwermetall-Vergiftung erhärtet, können Sie einen oder mehrere der im Folgenden beschriebenen Tests durchführen lassen.

 

Laden Sie jetzt den Fragebogen herunter und füllen Sie ihn aus:

 

Fragebogen zur Schwermetall- und Quecksilber-Vergiftung
Typische Symptome und Krankheitsbilder, die durch Schwermetalle hervorgerufen werden können. Aus der Zahl der positiven Antworten können Rückschlüsse auf eine eventuelle Schwermetall-Vergiftung gezogen werden.
Fragebogen Quecksilber-Belastung.pdf
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Vielen Patienten genügt bereits die Auswertung des Fragebogens, um eine Entscheidung zu treffen: Sie lassen ihr Amalgam unter strengen Schutzmaßnahmen entfernen. Andere möchten noch mehr Gewissheit und klare Zahlen, die die Schwermetall-Vergiftung beweisen. Dafür gibt es eine Reihe von Tests, die allerdings nicht alle empfehlenswert oder notwendig sind.  Sie finden deshalb im Folgenden eine Auflistung und Beschreibung möglicher Testmethoden. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, habe ich sie in empfehlenswerte und nicht empfehlenswerte Methoden aufgeteilt:

 

Empfohlene Testmethoden

Porphyrinurie-Test

 

Dieser labormedizinische Test ist der, den ich Ihnen am meisten empfehle. Das hat mehrere Gründe:

  • Es ist eine wissenschaftliche Testmethode, die klare Zahlen und Fakten liefert und die eine Vergiftung mit Quecksilber und anderen Schwermetallen mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit nachweisen kann.
  • Der Test ist einfach und schnell durchführbar. Es muss kein Blut abgenommen, sondern nur Urin gesammelt und eingeschickt werden.
  • Die Kosten belaufen sich auf weniger als 100 Euro und sind im Vergleich zu den anderen Testmethoden gering.

 

Was ist der Porphyrinurie-Test?

 

Porphyrine sind wichtige organisch-chemische Verbindungen unseres Stoffwechsels, die (neben anderen Funktionen) maßgeblich an der Bildung von Hämoglobin beteiligt sind. Hämoglobin ist Teil unserer Roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Es transportiert den Sauerstoff von den Lungen in das Gewebe.

 

Quecksilber und andere Schwermetalle können die Enzyme blockieren, die zur Bildung von Hämoglobin aus Porphyrinen notwendig sind. Das hat zur Folge, dass die Porphyrine nicht "weiterverarbeitet", sondern ungenutzt mit dem Urin ausgeschieden werden. Der menschliche Urin enthält normalerweise keine oder nur sehr geringe Mengen an Porphyrinen. Bei Schwermetallbelastungen findet man dagegen erhöhte Werte. Das wiederum wird als Porphyrinurie bezeichnet.

 

Dieser Zusammenhang zwischen Schwermetall-Vergiftungen und erhöhter Porphyrinausscheidung über den Urin wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen, von denen eine stellvertretend am Ende dieser Seite bei den Literaturnachweisen aufgeführt ist.

 

Wie funktioniert der Porphyrinurie-Test?

 

Unsere Patienten erhalten auf Wunsch entsprechende Teströhrchen, in denen sie eine Urinprobe sammeln. Diese Probe wird in einem Speziallabor ausgewertet und die Patienten erhalten wenige Tage später das Testergebnis, das wir auf Wunsch gerne mit ihnen besprechen.

 

Haar-Mineralanalyse

Haar-Mineralanalyse: Klicken Sie auf das Foto, um es zu vergrößern!

Haare sind unter anderem auch Ausscheidungsorgane des Körpers und können Metalle enthalten, wenn eine Belastung mit diesen besteht. Durch die laborchemische Analyse einer Haarprobe können nicht nur Rückschlüsse auf die Höhe der Belastung gezogen werden. Sie gibt auch Auskunft über die Versorgung des Organismus mit Mineralien und Spurenelementen.

 

Für den Test wird eine Haarprobe an ein Speziallabor gesandt, das die Haare auf Schwermetalle, Spurenelemente und Mineralien untersucht. Einige Tage später erhalten Sie das Testergebnis (siehe Abbildung) mit einer umfangreichen schriftlichen Erläuterung.

 

Allerdings verlangt die Beurteilung der Testergebnisse eine gewisse Erfahrung, weil nicht nur die Menge der Schwermetalle, sondern auch andere Faktoren berücksichtigt werden müssen. Dazu kommt, dass das Testergebnis in Bezug auf Quecksilber widersprüchlich ausfallen kann:

 

Wenn der Test hohe Quecksilberwerte anzeigt, bedeutet das zweierlei: Erstens, dass Ihr Körper mit Quecksilber belastet ist. Zweitens, dass er in der Lage ist, Teile des Quecksilbers auch wieder auszuscheiden.

 

Wenn der Test niedrige Quecksilberwerte anzeigt, bedeutet das nicht, dass keine Quecksilberbelastung vorliegt! Angesichts der Quecksilberbelastung unserer Umwelt, Nahrung, unseres Trinkwassers und anderer Quellen (Medikamente, Kosmetika usw.) ist jeder von uns mehr oder weniger stark quecksilbervergiftet - auch wenn man keine Amalgam-Füllungen hat.

 

Der Test muss oder müsste also immer erhöhte Werte an Quecksilber anzeigen - vor allem bei Amalgamträgern. Wenn er das nicht tut, bedeutet das in den meisten Fällen, dass der Körper nicht in der Lage ist, es auszuscheiden. Das sind in der Regel die kritischeren Fälle, die später schwieriger zu entgiften sind. Ein auffällig niedriger Quecksilberwert bei der Haar-Mineralanalyse deutet also meistens auf eine erhöhte Quecksilber-Belastung des Körpers hin, weil es dort zurückgehalten wird!

 

Diesen Test können Sie selbst durchführen und wir nennen unseren Patienten die Bezugsquellen dafür (Kosten ca. 120 bis 150 Euro).

 

Bioenergetische Testverfahren

 

Zu diesen ganzheitsmedizinischen Testverfahren zählen die (Neural-)Kinesiologie, der Armlängen-Reflextest, die Elektroakupunktur nach Voll (EAV), der Tensor-Test und die Bioresonanz. Diese Tests kommen gänzlich ohne Eingriffe wie eine Blutentnahme aus und können, wenn sie von einem erfahrenen Therapeuten angewandt werden, sogar Auskunft darüber geben, welche Organe besonders mit Metallen belastet sind.

 

Bioenergetische Testverfahren werden von Heilpraktikern und Ganzheitsmedizinern durchgeführt. Sie sind allerdings schulmedizinisch und wissenschaftlich nicht anerkannt.

 

Lymphozyten-Transformations-Test (LTT)

 

Mit diesem labormedizinischen Test wird geprüft, ob eine Allergie gegen bestimmte Metalle vorliegt. Aus einer Blutprobe des Patienten werden die weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) in verschiedenen Metalllösungen für 5 Tage kultiviert. Wenn eine Allergie besteht, werden sog. Gedächtniszellen unter den Lymphozyten wachsen und sog. Lymphokine produzieren. Dieser Vorgang lässt sich messen und damit eine Allergie nachweisen. Der LTT dient auch dazu, die Materialien auf Verträglichkeit zu testen, die an Stelle von Amalgam oder Gold in Ihren Mund kommen sollen.

 

Für den LTT ist eine Blutabnahme beim Arzt erforderlich. Die Blutprobe wird zusammen mit einer Probe Amalgam aus Ihrem Mund an ein Speziallabor geschickt und nach etwa einer Woche liegt das Ergebis vor.

 

Er kostet je nach Anzahl der untersuchten Proben zwischen 250 und 450 €. Da dieser Test relativ umständlich durchzuführen und teuer ist, empfehle ich ihn nur in besonderen Fällen.

 

Tests, die ich nicht empfehle

Kaugummi-Speicheltest

 

Mit diesem Test kann man feststellen, ob sich aus den im Mund vorhandenen Amalgamfüllungen Quecksilber löst. Dazu kaut der Proband für mehrere Minuten einen Kaugummi und sammelt den sich dabei bildenden Speichel in einem Gefäß. Dieser Speichel wird in einem spezialisierten Labor auf seinen Quecksilbergehalt untersucht.

 

Der Kaugummi-Test gibt nur einen ungefähren Anhalt dafür, wie viel Quecksilber beim Kauen freigesetzt wird. Er sagt nichts über die Belastung des Körpers mit Quecksilber aus. Trotzdem sind die Ergebnisse (vor allem für Zweifler) manchmal sehr beeindruckend. Aber mal ganz ehrlich: Weshalb wollen Sie Geld dafür ausgeben, wenn ohnehin klar ist, dass Quecksilber aus Ihren Amalgam-Füllungen austritt? Ich empfehle diesen Test nicht!

 

DMPS-Urintest

 

Dieser labormedizinische Test soll die Belastung mit Metallen diagnostizieren. Der Patient sammelt über 24 Stunden seinen Urin und entnimmt diesem eine Probe (Probe 1). Danach nimmt er das Medikament DMPS ein. DMPS ist ein sog. Chelatbildner, d.h., dieses Medikament bindet Metalle im Körper, die dann über den Urin ausgeschieden werden. Der Patient entnimmt dem nächsten Urin nach der DMPS-Einnahme wieder eine Probe (Probe 2).

 

Beide Proben werden dann in einem spezialisierten Labor untersucht: Enthält Probe 1 schon große Metallmengen, deutet das auf eine hohe Belastung hin. Enthält die Probe 2 größere Mengen als Probe 1, zeigt dies, dass mobilisierbares (d.h. durch Medikamente ausleitbares) Metall vorhanden ist. Mehr aber auch nicht!

 

Dieser Test sagt nichts über die tatsächliche Quecksilber-Belastung des Körpers aus.

 

Achtung! Dieser Test sollte nicht bei Nierenkranken durchgeführt werden, da es durch die Metallausscheidung zu Nierenschäden kommen kann.

 

Der DMPS-Test kostet je nach Anzahl der untersuchten Metalle zwischen 100 und 200 €.

 

Allergie-Hauttest (Epikutantest)

 

Bei diesem Test, der von Hautärzten und Allergologen durchgeführt wird, werden verschiedene Metallproben auf der Haut befestigt und nach mindestens 7 Tagen wird das Ergebnis abgelesen: Hautrötungen deuten auf eine Allergie hin. Allerdings hat dieser Test verschiedene Nachteile:

 

  • Er ist sehr umständlich: Während die Materialproben auf der Haut getragen werden, darf der Patient nicht duschen oder das betreffende Hautareal nicht waschen.
  • Es kommt manchmal zu sog. falsch-positiven Ergebnissen (d.h. einer Rötung, obwohl keine Allergie vorliegt).
  • Das Testmaterial selbst kann Allergien hervorrufen.
  • Außerdem können die wesentlich häufigeren und schädlicheren Metallwirkungen (Autoimmunerkrankungen, neurologische Schäden etc.) mit diesem Test gar nicht erfasst werden.

 

Trotzdem ist es der einzige Test, den die Krankenkassen anerkennen, wenn es um die Erstattung von Ersatzmaterialien z.B. für Amalgam geht (ein Schelm, der Böses dabei denkt ...).

 

Beratung

 

Welche Tests speziell für Sie sinnvoll und empfehlenswert sind, erfahren Sie bei einem persönlichen Beratungsgespräch in der Praxis.

 

Wissenschaftliche Literatur

Porphyrinurie-Test:

 

Heyer, N. J., A. C. Bittner, Jr., et al. (2006). "A cascade analysis of the interaction of mercury and coproporphyrinogen oxidase (CPOX) polymorphism on the heme biosynthetic pathway and porphyrin production." Toxicol Lett 161(2): 159-66.